Bayernliga Süd: Der „FC Bayern der Bayernliga“ zu Gast
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| Noch ein Nachholspiel haben die Nördlinger Bayernliga-Kicker an diesem Dienstag zu bestreiten. Der FC Pipinsried ist allerdings bislang nicht ihr Lieblingsgegner. Foto: Szilvia Izsó |
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28.04.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten
Der TSV Nördlingen trifft an diesem Dienstag auf das prominent besetzte Pipinsried. Die jüngsten Begegnungen waren stets eine klare Angelegenheit.
Wenn der Tabellenachte Nördlingen den Tabellenneunten Pipinsried empfängt, klingt das nach grauem Mittelfeld. Doch wer ein Bayernliga-Duell ohne große Brisanz erwartet, täuscht sich gewaltig. Denn die Gäste kämpfen noch um die Aufstiegsrelegation.
Während der TSV mit einem ruhigen Saisonfinale seine Ziele erreicht hat und jüngst in Kottern (4:1) wieder auf die Erfolgsspur fand, dürfte man in Pipinsried mit der tabellarischen Situation hadern. Von vielen als Aufstiegskandidat Nummer eins auserkoren, hinken die Oberbayern den Erwartungen mit 43 Punkten aus 28 Partien weit hinterher. Trotzdem könnte die Spielzeit noch ein Happy End nehmen.
Das liegt daran, dass mit 1860 München II, Heimstetten, Gundelfingen, Deisenhofen und Nördlingen gleich fünf besser platzierte Mannschaften nicht aufsteigen dürfen. Der direkte Gang in die Regionalliga ist dem TSV Landsberg nicht mehr zu nehmen, im Kampf um die Relegation ist jedoch noch alles offen. Sechs Zähler fehlen Pipinsried auf Kirchanschöring, vier auf Erlbach – beide Konkurrenten haben eine Partie mehr absolviert. Besonders bitter in diesem Zusammenhang: Nach drei deutlichen Siegen gegen Schalding-Heining (3:0), Kottern (4:1) und Sturm Hauzenberg (5:0) ließ der FCP zuletzt ausgerechnet im Duell mit dem bereits abgestiegenen Türkgücü München (0:0) wichtige Punkte liegen.
Umso entscheidender ist für die Gäste aus dem Landkreis Dachau der Besuch im Rieser Sportpark. Nur mit einem Sieg dürfte die Minimalchance auf die Relegation gewahrt bleiben. In den vorangegangenen Aufeinandertreffen waren die Rollen klar verteilt: Sieben der letzten acht Duelle entschied Pipinsried für sich, einmal trennte man sich Remis. Für das letzte Erfolgserlebnis des TSV muss man bis in den Oktober 2012 zurückblicken. Den Siegtreffer erzielte damals Manuel Meyer, der einzige noch immer aktive Kicker. Im Hinspiel der laufenden Saison setzte es aus Nördlinger Sicht eine 1:5-Klatsche. TSV-Coach Daniel Kerscher gerät mit Blick auf die individuelle Klasse des Gegners ins Schwärmen: „Für mich ist das mitunter der beste Kader der Liga, also schon der FC Bayern der Bayernliga. Sie haben unglaubliche Einzelspieler, die teilweise zuvor in der zweiten und dritten Liga gespielt haben.“ Allein sieben Akteure haben bereits Erfahrung in der zweit- oder dritthöchsten Spielklasse gesammelt, darunter auch Toptorjäger Nico Karger (elf Saisontore).
Die fußballerische Strahlkraft des 580-Seelen-Orts machte sich in der Winterpause einmal mehr bemerkbar, als aufgrund von Verletzungen kurzfristig mehrere Neuzugänge verpflichtet wurden. Der ehemalige Heidenheimer Tobias Reithmeir (drei Zweitligapartien), Stürmer Alekzandar Sinabov vom Ligarivalen Ismaning und nicht zuletzt die neue Nummer Eins Enrique Bösl sorgten für Verstärkung. Trainer Roman Langer wird im Ries verletzungsbedingt auf Fabian Benko (Oberschenkelprobleme) und Tobias Reithmeir (Fußverletzung) verzichten müssen. Fraglich ist derweil die Verfügbarkeit des erkrankten Max Dombrowka, wie der Donaukurier berichtet.
Sein Gegenüber Daniel Kerscher muss ebenfalls personelle Rückschläge verkraften. Mario Szabo wurde in Kottern früh ausgewechselt und fällt aus. Auch bei Urgestein Manuel Meyer stehen die Chancen auf einen Einsatz schlecht, eventuell kann Hans Rathgeber wieder in das Training einsteigen. Gewissheit hat der Coach zudem bei den Knieverletzungen von Jan Reicherzer und Hakki Yildiz – für beide ist die Saison zu Ende. „Wir werden den einen oder anderen Spieler aus der U23 mitnehmen“, so Kerscher. Das viertletzte Saisonspiel der Rieser wird an diesem Dienstag um 18.30 Uhr im Gerd-Müller-Stadion von Schiedsrichter Kenny Abieba angepfiffen.







