Bayernliga Süd: Kein Torerfolg im „Abschiedsspiel“
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| Torjäger Simon Gruber (in der Mitte in Grün beim Kopfball) konnte den Nördlinger Fans in seinem letzten Heimspiel keinen weiteren Treffer mehr schenken. Mehr Fotos vom letzten Heimspiel gibt es in unserer Bildergalerie auf www.rieser-nachrichten.de. Foto: Dieter Mack |
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11.05.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)
Mit 0:1 unterliegt der TSV Nördlingen dem TSV 1860 München II. 580 Zuschauer sehen das Spiel, das für viele das letzte im grünen Trikot ist.
Zum letzten Heimspiel des TSV Nördlingen in der Fußball-Bayernliga kamen vergangenen Samstag noch einmal 580 Zuschauerinnen und Zuschauer in das Gerd-Müller-Stadion. Sie sahen eine Heimmannschaft, der der letzte Zug zum Tor fehlte. Der Gegner TSV 1860 München U21 wahrte mit einem 1:0-Sieg die Chancen auf die Meisterschaft. Diese haben sie selbst in der Hand: Wenn sie am letzten Spieltag zu Hause gegen den FC Ismaning gewinnen, dann sind sie nicht aufstiegsberechtigter Meister, egal, wie der punktgleiche TSV Landsberg beim FC Gundelfingen spielt.
Gegenüber dem Spiel in Ismaning nahm Nördlingens Trainer Daniel Kerscher drei Änderungen in der Startelf vor: Anstatt Patrick Högg, Hans Rathgeber und Julian Bosch spielten Manuel Meyer, Bernd Rathgeber und Mario Szabo von Beginn an. Das Spiel stand zunächst ganz im Zeichen des Abschieds, denn es wurden nicht nur die scheidenden Spieler Simon Gruber, Jens Schüler, Mario Szabo, Daniel Martin, Alverik Montag, Manuel Meyer und Jakob Mayer verabschiedet, auch die beiden Trainer Daniel Kerscher und Mark Merz wurden mehr als nur beiläufig erwähnt.
Die ersten Szenen gehörten eindeutig den Gästen: Emre Erdogans Schrägschuss wurde von Torwart Martin über die Latte gelenkt (3.). Nicht so gefährlich war ein Kopfball von Sandro Porta, der Martin vor keinerlei Probleme stellte (8.). In der 14. Minute zeigte der Schiedsrichter mit reichlich Verzögerung auf den Elfmeterpunkt. Eigentlich fand zuerst ein Foul eines Gästespielers statt, erst danach kam es zum Kontakt zwischen Johannes Fiedler und Kapitän Raphael Walch, der ein sichtbares blaues Auge hatte. Cristian Leone verwandelte den Strafstoß sicher und erhöhte mit seinem vierten Elfmetertor seine Saisonausbeute auf 16 Treffer.
Wenig später zielte Jamie Jenni knapp vorbei und die erste erwähnenswerte TSV-Chance fand erst nach 26 Minuten statt, als bei einem Kopfball von Gruber nach einer Meyer-Ecke nicht viel fehlte. Nach einer halben Stunde kam Bernd Rathgeber nach Vorarbeit von Fiedler und Meyer aus guter Position zum Abschluss, aber der Youngster schoss ins Nirgendwo.
Auch Mayer kam nach einer Freistoßflanke von Schüler zum Kopfball, doch Torwart Stefan Musa bekam in der gesamten ersten Halbzeit keine einzige Möglichkeit sich auszuzeichnen. Erst in der Schlussminute der ersten Hälfte hätte das 0:2 fallen müssen, doch dreimal vergaben die Junglöwen den finalen Abschluss, bis schließlich Erdogan über das Tor ballerte.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten die Gastgeber zwar Offensivszenen, aber Musa blieb dabei ohne Beschäftigung. Eine Flanke von Alexander Schröter senkte sich aufs Tordach (50.) und ein Fallrückzieher von Gruber war rein für die Galerie (53.). Der eingewechselte Högg und auch Jakob Mayer hatten zumindest Abschlüsse, aber das Tore erzielen ist nicht gerade das Markenzeichen dieser beiden TSV-Akteure (64.). Auch Mario Taglieber hatte einen starken Auftritt, aber sein viertes Saisontor war ihm nicht vergönnt (72.).
In der zweiten Halbzeit hatten die Platzherren ein Übergewicht, doch Schröter, Högg und Fiedler vergaben bei mehr oder weniger guten Chancen den Ausgleich, der aufgrund der zweiten Halbzeit sogar verdient gewesen wäre. Die letzte starke Szene gehörte den Blau-Weißen: Torwart Martin lenkte einen platzierten Flachschuss des eingewechselten Rron Gosalci um den Pfosten (89.).
Trainer Kerscher nahm nacheinander solche Spieler vom Feld, die nächste Saison nicht mehr in Nördlingen spielen. Somit hatten Meyer (der bei seinem letzten Heimauftritt Kapitän sein durfte), Szabo, Mayer und Gruber den Applaus des Publikums für sich. Die dritte Heimniederlage ließ sich nicht mehr vermeiden, so blieb es bei bisher 23 Rückrundenpunkten (gegenüber 21 Punkten aus der Vorrunde).
Schiedsrichter Niklas Wich (TSV Neukenroth, Gruppe Coburg-Ebern) verteilte insgesamt nur drei Gelbe Karten, zwei erhielten Nördlinger Spieler (Jens Schüler, Johannes Fiedler).
Daniel Kerscher, Trainer des TSV Nördlingen: „Sechzig ist im Normalfall die spielstärkste Mannschaft der Liga. So hatten wir sie auch analysiert. Heute haben sie nur lange Bälle gespielt und sind auf den zweiten Ball gegangen. Wir haben ein bisschen gebraucht, bis wir uns darauf einstellten, was dann aber gut geklappt hat. Die erste Halbzeit geht klar an den Gegner. Hier hätten sie kurz vor dem Pausenpfiff das 2:0 machen können. In der zweiten Halbzeit waren wir gegen den Tabellenführer klar spielbestimmend. Leider ist uns kein Tor gelungen. Dem Elfmeter ging ein klares Foul an Jo Fiedler voraus, weshalb es zu dem Strafstoß gar nicht gekommen wäre. Ich möchte mich hiermit beim letzten Heimspiel nochmal bei allen Zuschauern bedanken, die uns über die Jahre im Gerd-Müller-Stadion unterstützt haben.“
Alper Kayabunar, Trainer des TSV 1860 München U21: „Angesichts der Tatsache, dass wir die Mehrzahl an Torchancen hatten, finde ich, dass es ein verdienter Sieg war. Wir haben auch gut wegverteidigt und sind zum 15. Mal in dieser Saison ohne Gegentor geblieben. Dabei standen in der Startelf drei U19-Spieler, die normalerweise nicht zum Kader gehören. Nördlingen hat auch gekämpft bis zum Ende. Nachdem wir über die gesamte Saison an erster Stelle waren, wäre es bitter, wenn wir am vorletzten oder letzten Spieltag noch die Meisterschaft verspielen würden. Meiner Meinung nach war der Elfmeter berechtigt, schließlich hat ein Kontakt stattgefunden, sonst hätte mein Spieler kein blaues Auge.“
TSV Nördlingen: Martin; Schüler, Schmidt, Fiedler, Mayer (89. Lechler), Taglieber, Bernd Rathgeber (62. Högg), Schröter, Gruber (88. Mielich), Szabo (84. Schmid), Meyer (73. Hans Rathgeber)
TSV 1860 München U21: Musa; Wach, Hoppe, Benede Aquayo, Fiedler, Porta (39. Gosalci), Fuchs, Leone (84. Roithmayr), Jenni, Erdogan (64. Pereira de Azambuja), Granca







