Bayernliga Süd: Emotionaler Schlusspunkt für den TSV
![]() |
||
| Einmal noch mit den heimischen Fans jubeln wollen die Nördlinger in dieser Saison. Für Simon Gruber (links, mit Johannes Fiedler) und noch einige weitere Spieler ist es das letzte Heimspiel vor ihrem Wechsel oder Karriereende. Foto: Walter Brugger |
||
09.05.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten (Nico Lutz)
Am vorletzten Spieltag gastiert Meisterkandidat 1860 München II im Ries. Für Trainer Kerscher und mehrere Akteure der Nördlinger heißt es Abschied nehmen.
Das Ende einer Ära? Die Heimpartie an diesem Samstag gegen den TSV 1860 München II (Anpfiff 15.30 Uhr, Schiedsrichter Niklas Wich) ist nicht nur das letzte Heimspiel der Bayernliga-Saison 2025/26, sondern für viele verdiente Kräfte des TSV Nördlingen zugleich der permanente Abschied vom Rieser Publikum.
Das trifft auch auf Cheftrainer Daniel Kerscher zu. Der 41-Jährige hatte bereits vor längerer Zeit entschieden, im Sommer eine Pause von seiner Trainertätigkeit einzulegen, Co-Trainer Mark Merz schloss sich ihm an. Der Abschied wird Kerscher schwerfallen: „Während der Partie bin ich sicherlich auf das Spiel fokussiert. Danach beziehungsweise gegen Ende kann es schon emotional werden, da es ja nicht nur für mich, sondern auch für einige meiner Spieler, die ich über mehrere Jahre trainiert habe, das letzte Heimspiel ist.“
Auch auf dem Spielfeld wird Nördlingen jede Menge Erfahrung und Qualität verlieren: TSV-Rekordspieler Manuel Meyer hängt seine Fußballschuhe nach 16 Jahren und 358 Einsätzen ebenso an den Nagel wie Jakob Mayer (219 Pflichtspiele). Torhüter und Eigengewächs Daniel Martin (185 Einsätze) sowie Kapitän Jens Schüler (140 Spiele) wagen in Eichstätt den nächsten Karriereschritt, Toptorjäger Simon Gruber (89 Tore in 155 Einsätzen) zieht es derweil nach vielen Jahren im TSV-Dress nach Essingen. Zudem werden Mario Szabo und Schlussmann Alverik Montag den Verein verlassen.
Sie alle waren Teil einer erfolgreichen Ära mit vielen Höhepunkten im Rieser Sportpark, wie Daniel Kerscher aufzählt: „Wir konnten tolle Erfolge feiern, die in Erinnerung bleiben. Dazu zählen etwa der direkte Wiederaufstieg 2021/22, der Heimsieg in der Saison 2024/25 gegen Sechzig vor über tausend Zuschauern oder der 7:2-Erfolg gegen Türkspor Augsburg.“
Mit seiner dritten Saison an der Nördlinger Seitenlinie kann Kerscher auch zufrieden sein – der Tabellenzehnte spielt abermals eine sorgenfreie Runde. Das sieht auch Fußball-Abteilungsleiter Andreas Langer so: „Wir werden auch diese Saison auf einem starken Tabellenplatz abschließen. Es waren nochmal zwei tolle Jahre in einem vertrauensvollen Verhältnis mit Daniel. Für Mark gilt dasselbe, er war noch viele Jahre länger auch im Jugendbereich für uns aktiv. Das schmerzt schon sehr“, sagt er und ergänzt: „Beide sind bei uns jederzeit wieder willkommen.“
Wie gewohnt konnten sich Kerscher und Co. auf ihre Heimstärke verlassen. Im Rieser Sportpark holte der TSV 27 seiner 44 Punkte. „Aufgrund der Punkteausbeute ist der Heimfaktor natürlich sehr wichtig. Es ist immer leichter, zu Hause in der gewohnten Umgebung zu spielen“, so der Übungsleiter. „Wenn wir über Heimspiele sprechen, sollte sicherlich auch das Team um das Team erwähnt werden. Sie leisten alle zwei Wochen tolle Arbeit und versorgen Zuschauer sowie unsere Mannschaft optimal.“ Mannschaft und Funktionsteam sind nun ein letztes Mal in Nördlingen gefordert, mit dem TSV 1860 München II ist der Spitzenreiter zu Gast. Zwar kann die U21 regeltechnisch nicht aufsteigen, dennoch dürfte die Mannschaft von Trainer Alper Kayabunar hoch motiviert sein. Bereits vor Wochen schien die Meisterschaft für die Junglöwen greifbar nahe, doch ein Formtief mit drei sieglosen Partien lässt die Sechzger noch einmal zittern.
Das Remis gegen Landsberg konnten die Münchner noch als Erfolg abstempeln. Doch es folgten Niederlagen gegen Sturm Hauzenberg und Gundelfingen – der Sechs-Punkte-Vorsprung war dahin. Trotzdem hält 1860 im Fernduell mit dem punktgleichen Verfolger dank des gewonnenen direkten Vergleichs weiter alle Trümpfe in der Hand. Abhängig vom Ergebnis der Landsberger im Topspiel gegen Heimstetten (Freitag, nach Redaktionsschluss) könnte 1860 II bereits in Nördlingen die Meisterschale entgegennehmen.
Nicht nur deshalb bietet das Aufeinandertreffen einen angemessenen Rahmen für das Heimfinale, wie der TSV-Coach erklärt: „Es ist mein 100. Ligaspiel als Trainer der ersten Mannschaft. Das Duell gegen eine Profireserve ist natürlich nochmal ein gelungener Abschluss. Wir freuen uns richtig auf das Spiel.“ Klar ist: Zum Abschied soll ein Sieg her, einfach wird das laut Kerscher allerdings nicht: „Sechzig ist das Nonplusultra in der Bayernliga. Sie trainieren unter Profibedingungen und gehören aufgrund ihrer Möglichkeiten mit beispielsweise einem Vollzeittrainer, Videoanalyst und vielem mehr eigentlich seit Längerem in die Regionalliga.“
Mut macht dagegen das Ergebnis aus dem Hinspiel – damals setzte sich der TSV spektakulär mit 3:2 durch. Personell kann Daniel Kerscher wieder auf Mario Szabo zurückgreifen. Fraglich sind derweil Julian Bosch und ausgerechnet Manuel Meyer. „Wir hoffen, dass er in seinem letzten Heimspiel als Rekordspieler nochmal eingesetzt werden kann“, sagt sein Trainer.







